Frederick Ruppert ging im Letzigrund in Zürich als strahlender Sieger des Diamond League-Finales über 3000 Meter Hindernis in 8:09,02 Min. hervor und empfahl sich damit für die WM in Tokio. Er ist der erste deutsche Lauf-Sieger in Zürich seit 1980, als Thomas Wessinghage die 5000 Meter gewann. Ruppert ist als Zweiter der Weltjahresbestenliste über 3000 Meter Hindernis mit 8:01,49 Min. in den Kreis der Medaillenkandidaten aufgerückt. Am Rande des Feuerwerks im Letzigrund stand er als Zweiter der Weltjahresbestenliste Rede und Antwort.
Interview von Ewald Walker
Frederik Ruppert, was war heute anstrengeneder: das Rennen oder der anschließenede TV-Marathon?
„Oh, beides. Aber nach so einem Rennen macht man Letzteres natürlich gerne“
Wie ist Ihr Gefühl, vergleichbar mit dem in Marokko, als Sie Deutschen Rekord gelaufen sind?
„Marokko war mehr unter dem Radar, da waren die Erwartungen nicht so groß. Heute hatte ich mir schon vorgenommen, einen der ersten drei Plätze zu machen“
Wie war die Situation im Rennen gegen den jungen Kenianer?
„500 Meter vor dem Ziel dachte ich: es geht mir gut, ich mach jetzt was. Dann ist nur einer mitgegangen. Ich wußte dann aber, ich werde gewinnen“
Die Taktik ist aufgegangen…
„Ich wollte nicht der erste hinter den Pacemakern sein, weil man dann plötzlich an der Spitze rennt, wenn die rausgehen. Und das kostet dann doch einige Körner.
Man hatte das Gefühl, dass 26000 Deutsche im Stadion waren und Sie angefeuert haben…
„Naja, ich hatte das Gefühl, dass viele Schweizer auf meiner Seite waren“.
Wenn Sie Zürich und Rabbat einordnen in ihre Karriere…
„Natürlich ist Rabbat mit den 8:01 noch einmal höher einzuordnen. Aber von einem Sieg in der Diamond League hätte ich niemals geträumt“.
Was sind die Hintergründe Ihrer enormen Leistungssteigerung um 14 Sekunden in dieser Saison?
„Ich denke, wir haben in den letzten zwei Jahren im Laufbereich umgedacht und ein Umstellung im Training, weg von hohen Intensitäten hin zu höheren Umfängen, vorgenommen. Dieses Schwellentraining hat auch Jakob Ingebrigsten groß gemacht. Viele orientieren sich daran“.
Was nehmen Sie sich nach ihrer bislang größten Saison für das Finale bei der WM in Tokio vor?
„Ich weiß, dass die Erwartungshaltung auch nach dem Rennen in Zürich noch einmal größer geworden ist. Ich möchte aber etwas tiefer stapeln. Das Ziel ist einfach das Finale. Da kann dann alles passieren“.
Gibt es einen Traum?
„Natürlich ist es ein Traum, bei einer großen Meisterschaft eine Medaille zu holen. Ob das jetzt in Tokio der Fall ist oder in zwei Jahren.
Fünf deutsche Rekorde durch Robert Farken. Mohamd Abdilaabi und Frederick Ruppert hat es in der deutschen Läuferszene selten gegeben…
„Ich glaube, dass dies noch nicht das Ende war“.
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