Beim diesjährigen Tübinger Erbe Lauf konnten die zwei LAV-Athleten, die direkt von der WM in Tokio zurück kehrten die Rennen für sich entscheiden.
Der Tübinger Erbe Lauf war auch in diesem Jahr eine perfekte Mischung aus Spitzensport, Breiten.- und Inklusionssport. Es war für die vielen tausend Zuschauern in der Altstadt und an der Laufstrecke ein echtes Laufspektakel. Noch weit in den Nachmittag konnte man glückselige Läuferinnen und Läufer sehen, die ihre Medaille um den Hals trugen. Und was eine Medaille! Zum ersten Mal gab es für alle Teilnehmer das Edelstück, das die Topografie Tübingens zeigt (warum bist du so hügelig) und auch erklärt, warum die Topathleten immer rund eine Minute langsamer sind, als sie es von einem flachen Kurs gewohnt sind. Dies gilt auch für die vielen tausend Freizeitläufer, die aber trotz dieser Höhenmeter mit einer Rekordzahl ins Ziel gekommen sind. 3703 Finisher. Das gab es noch nie!
Bei den Frauen dominiert Eva Dieterich das Geschehen. Noch in letzter Minute hatte sie als Nachrückerin für die WM in Tokio das Flugticket gesichert. Ihr Start über 10000 Meter stand weniger unter sportlicher Beobachtung, als vielmehr als Motivationsschub. Im Frühjahr lief sie sich mit ihrer Silbermedaille bei der Straßenlauf EM in die Europäische Spitze. Dann folgten viele kleine Verletzungen und im August machte sie eine Pause. Dann die überraschende Nominierung, ein Flug nach Tokio und zurück und der Start beim Tübinger Erbe Lauf. 33:02 Minuten war die Ausbeute und als Trophäe: der Tübinger Pflasterstein. Auf den zweiten Platz lief in ihrem ersten 10 km Rennen die frisch gebackene Deutsche Meisterin über 3000 Meter Hindernis Addi Budde. Die erst 20-jährige LAV-Läuferin hat ein super Jahr hinter sich. Bestzeiten auf allen Disziplinen, Silber bei der U23 EM, Deutsche Meisterin und jetzt: 2. Platz in Tübingen mit 36:22 Minuten. Auf Platz drei kam Hanna Arndt von der LV Pliezhausen.
Bei den Männern gab es die zu erwartende Show von Freddy Ruppert. Allerdings setzte ihm der Flug von Tokio doch zu. Erst einen Tag vom dem Tübinger Erbe Lauf war er von der WM in Japan zurückgekehrt. Aber schon von Beginn an ließ er keinen Zweifel, dass er die Strapaze nur auf sich genommen hatte, um zu gewinnen. Der Vorsprung in der ersten Runde war enorm und vielleicht war es etwas zu forsch angegangen. Denn die Verfolger, Max Thorwirth, Nick Jäger (ja, der Sohn des Stadtlauf Miterfinders Stefan Jäger) und als dritter Mann in der Verfolgergruppe, der LAV Mann J.P. Kisker, konnten die Lücke immer mehr schließen. Doch Freddy lief das Ding nach Hause und gewann in 30:05 Minuten. Max – der heimliche LAV-Athlet – aber für Düsseldorf startend lief mit 30:20 auf Platz zwei. Platz 3 ging an Nick Jäger in 30:24 Minuten. Die Überraschung: J.P. Kisker auf Platz 4 in 30:29 Minuten.
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